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Programme zum Recycling künstlicher Wimpern werden auf Online-Rückgabedienste ausgeweitet
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- 2025-11-28 02:42:04
Programme zum Recycling künstlicher Wimpern werden auf Online-Rückgabedienste ausgeweitet: Förderung der Nachhaltigkeit in der Schönheitsbranche
Die globale Branche der falschen Wimpern boomt. Statista meldet einen Marktwert von 1,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 und ein prognostiziertes Wachstum mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 6,8 % bis 2030. Allerdings ist dieses Wachstum mit Umweltkosten verbunden: Laut einem Bericht der Sustainable Beauty Coalition aus dem Jahr 2024 landen jährlich über 20.000 Tonnen gebrauchter falscher Wimpern auf Mülldeponien. Bei den meisten davon handelt es sich um synthetische Einwegwimpern, deren Zersetzung Jahrhunderte dauern kann und Mikroplastik in Boden- und Wassersysteme freisetzt.
Vor diesem Hintergrund haben sich Recyclingprogramme für falsche Wimpern als entscheidende Nachhaltigkeitslösung herausgestellt. Ursprünglich beschränkten sich diese Initiativen auf Abgabebehälter im Geschäft – wie sie bei stationären Kosmetikhändlern üblich sind –, werden diese Initiativen nun auf Online-Rückgabedienste ausgeweitet, eine Verlagerung, die durch die Zunahme von Direktverkäufen (Direct-to-Consumer, DTC) vorangetrieben wird. Im Jahr 2023 machten Online-Kanäle 62 % des weltweiten Umsatzes mit künstlichen Wimpern aus (Euromonitor), weshalb das Digital-First-Recycling für die Skalierung der Wirkung von entscheidender Bedeutung ist.

So funktionieren Online-Rückgabedienste
Führende Marken sind Vorreiter bei benutzerfreundlichen Online-Recyclingmodellen. Beispielsweise startete der chinesische Wimpernhersteller LashTech Anfang 2024 sein „LashCycle“-Programm: Kunden loggen sich in ihr Konto ein, fordern ein vorfrankiertes Rücksendeetikett an und verschicken gebrauchte Wimpern in einem recycelbaren Umschlag. Beim Empfang werden die Wimpern nach Material – synthetisch (z. B. PET-Fasern) oder natürlich (z. B. Nerzhaar) – sortiert und entsprechend verarbeitet. Synthetische Wimpern werden einer thermischen Depolymerisation unterzogen, um Rohstoffe für neue Wimpern zu gewinnen, während natürliche Wimpern desinfiziert und in umweltfreundliche Schönheitswerkzeuge umgewandelt werden.
Um die Teilnahme zu steigern, integrieren Marken Anreize: LashTech bietet einen Rabatt von 5 $ für alle drei zurückgegebenen Paare, während das in Großbritannien ansässige Eyelash Lab pro Rückgabe 1 £ für den Schutz der Meere spendet. „Online-Recycling beseitigt geografische Barrieren“, sagt Mia Chen, Nachhaltigkeitsdirektorin bei LashTech. „Früher hatten nur 12 % unserer US-Kunden Zugang zu den Mülleimern im Geschäft; jetzt verzeichnen wir seit der Einführung von LashCycle einen Anstieg von 40 %.“
Technologie und Partnerschaften: Schlüsselfaktoren
Der Erfolg hängt von der technologischen und logistischen Zusammenarbeit ab. Marken wie LashEco arbeiten mit Logistikunternehmen zusammen, um den Rückversand zu subventionieren und nutzen KI-gestützte Nachverfolgung, um Routen zu optimieren und den CO2-Fußabdruck zu reduzieren. In der Zwischenzeit vereinfachen Innovationen in der Materialwissenschaft – wie biologisch abbaubare Klebstoffe und recycelbare Wimpernbänder – die Verarbeitung nach dem Gebrauch. „Wir arbeiten mit Universitäten zusammen, um eine chemische Recyclingmethode zu entwickeln, die synthetische Wimpern in Monomereinheiten zerlegt und so die Wiederaufbereitungskosten um 30 % senkt“, bemerkt Dr. James Liu, Forschungs- und Entwicklungsleiter bei einem großen Wimpernlieferanten.
Verbrauchernachfrage und Branchenveränderungen
Jüngere Verbraucher treiben diesen Wandel voran: 78 % der Schönheitskäufer der Generation Z und der Millennials legen Wert auf nachhaltige Marken (Nielsen), und 65 % geben an, dass sie für öko-zertifizierte Produkte 10 % mehr bezahlen würden. Online-Recyclingprogramme erfüllen nicht nur diesen Bedarf, sondern fördern auch die Markentreue. „Es ist eine Einbahnstraße“, erklärt Chen. „Kunden fühlen sich in der Lage, einen Beitrag zu leisten, und wir gewinnen Einblicke in Nutzungsmuster, um langlebigere, recycelbare Wimpern zu entwickeln.“
Branchenweit führt dieser Trend zu höheren Standards. Der False Eyelash Sustainability Alliance (FESA), die 2023 ins Leben gerufen wurde, gehören mittlerweile mehr als 20 Hersteller an, darunter Branchenriesen, die sich dazu verpflichtet haben, bis 2027 50 % recycelte Wimpern zu erreichen. Auch Regierungen nehmen dies zur Kenntnis: Die kommende „Nachhaltigkeitsrichtlinie für Schönheit“ der EU könnte eine erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) für Wimpernmarken vorschreiben, wodurch Online-Recycling zu einer Compliance-Erfordernis wird.
Die Straße voraus
Auch wenn noch Herausforderungen bestehen – etwa die Aufklärung der Verbraucher über die ordnungsgemäße Reinigung vor der Rückgabe und die Skalierung von Recyclinganlagen – stellen Online-Rückgabedienste einen entscheidenden Schritt dar. Wie Chen es ausdrückt: „Nachhaltigkeit ist nicht mehr optional. Indem wir das Recycling so einfach machen wie die Online-Bestellung, machen wir Öko-Maßnahmen zur Gewohnheit und nicht zum Ärger.“ Für die Branche der künstlichen Wimpern geht es bei dieser Erweiterung nicht nur um die Abfallreduzierung; Es geht darum, Schönheit als eine Kraft des Guten neu zu definieren.
