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Marken starten Wimpern-Rücknahmeprogramme in Einzelhandelsgeschäften
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- 2025-11-29 01:41:01
Marken starten Wimpern-Rücknahmeprogramme in Einzelhandelsgeschäften: Förderung der Nachhaltigkeit in der Schönheitsbranche
Weltweit findet in den Beauty-Bereichen eine stille Revolution statt. Gehen Sie heute in ausgewählte Einzelhandelsgeschäfte und neben den Reihen farbenfroher Wimpernpaletten und Kleber finden Sie kleine, beschriftete Behälter mit der Aufschrift „Lash Take-Back“. Führende Marken für künstliche Wimpern führen Recyclingprogramme in ihren Geschäften ein, ein Schritt, der den Wandel der Branche hin zur Kreislaufwirtschaft signalisiert – und der wachsenden Umweltkrise begegnet, die sich in Badezimmer-Mülleimern versteckt.
Der Bedarf an solchen Programmen ist dringend. Der weltweite Markt für künstliche Wimpern, der im Jahr 2023 einen Wert von über 1,5 Milliarden US-Dollar hat und voraussichtlich jährlich um 6,2 % wachsen wird, lebt von Bequemlichkeit und Vielfalt. Doch ihre schnelle Ausbreitung hat eine Schattenseite: Die meisten falschen Wimpern bestehen aus nicht biologisch abbaubaren Materialien wie synthetischen Fasern (z. B. Polyester, ABS-Kunststoff) oder Tierfellen, deren Zersetzung auf Mülldeponien Jahrhunderte dauern kann. Eine Umfrage der Sustainable Beauty Coalition aus dem Jahr 2022 ergab, dass über 85 % der gebrauchten Wimpern im Hausmüll landen, was weltweit zu mehr als 120.000 Tonnen jährlicher Deponieabfälle im Zusammenhang mit der Schönheitspflege beiträgt. „Verbraucher lieben den sofortigen Glamour von Wimpern, aber nur wenige sind sich ihrer Wirkung bewusst“, sagt Maria Lopez, Nachhaltigkeitsdirektorin bei LashTech Insights. „Rücknahmeprogramme setzen dieses Versehen in die Tat um.“
Pioniermarken sind führend. LashLux, eine umsatzstärkste Wimpernmarke mit mehr als 300 Einzelhandelspartnern, hat im ersten Quartal 2024 sein „LashCycle“-Programm gestartet. In teilnehmenden Geschäften erhalten Kunden, die gebrauchte Wimpern (egal ob LashLux oder Konkurrenzmarken) zurückgeben, einen Gutschein im Wert von 5 $ für ihren nächsten Einkauf. „Wir wollten Nachhaltigkeit einfach machen“, erklärt Elena Kim, CEO von LashLux. „Durch die Verknüpfung des Recyclings mit Prämien haben wir festgestellt, dass mittlerweile 40 % der Stammkunden teilnehmen.“

EcoLash Co., eine tierversuchsfreie, vegane Marke, verfolgt einen stärker lokalisierten Ansatz. Seine „Return & Renew“-Initiative, die in 50 US-Filialen aktiv ist, akzeptiert nur seine eigenen biologisch abbaubaren Seidenwimpern. Diese werden an eine Anlage geschickt, wo Enzyme die Seidenproteine in Kompost zerlegen, der dann an Gemeinschaftsgärten gespendet wird. „Unsere Kunden legen Wert auf den gesamten Lebenszyklus“, sagt EcoLash-Gründerin Mia Chen. „Sie wollen nicht nur ‚grün getünchte‘ Produkte – sie wollen den Beweis, dass ihre Entscheidungen wichtig sind.“

Hinter den Kulissen kommt es auf die Logistik an. Die meisten Programme folgen einem dreistufigen Prozess: Sammlung (Behälter im Geschäft mit klaren Anweisungen), Sortieren (Teams trennen wiederverwendbare und nicht wiederverwendbare Wimpern) und Verarbeitung. Wiederverwendbare Wimpern (häufig hochwertige Nerz- oder Seidenwimpern) werden einer UV-Sterilisation unterzogen und in „Second Glance“-Paketen mit Rabatt weiterverkauft. Nicht wiederverwendbare synthetische Wimpern werden an spezielle Recyclinganlagen geschickt, wo durch thermische Depolymerisation Kunststofffasern in Pellets für die industrielle Kunststoffproduktion umgewandelt werden. „Es ist nicht perfekt, aber besser als eine Mülldeponie“, bemerkt Lopez. „Wir testen auch chemisches Recycling, um Fasern in Rohstoffe für neue Wimpernkleber aufzuspalten.“
Die Wirkung geht über die Abfallreduzierung hinaus. Bei Marken steigern Rücknahmeprogramme die Loyalität: Eine Nielsen-Umfrage aus dem Jahr 2024 ergab, dass 67 % der Verbraucher eher dazu neigen, bei Marken mit Recyclinginitiativen zurückzukaufen. Für die Branche stellen sie einen Präzedenzfall dar. „Vor fünf Jahren war Nachhaltigkeit ein Nischenverkaufsargument“, sagt Chen. „Jetzt steht alles auf dem Spiel. Wir sehen bereits, dass kleinere Marken diese Modelle kopieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“
Es bleiben Herausforderungen. Ein geringes Verbraucherbewusstsein (laut LashTech-Daten wissen nur 23 % der Wimpernnutzer, dass es Recyclingmöglichkeiten gibt) und hohe Verarbeitungskosten könnten die Akzeptanz verlangsamen. Doch da die Regierungen strengere Vorschriften für Kosmetikverpackungen anstreben – das kalifornische Gesetz zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) ab 2025 wird beispielsweise von Marken verlangen, das Produktrecycling zu finanzieren –, könnten Rücknahmeprogramme bald obligatorisch und nicht mehr optional sein.
Während sich die Behälter füllen und die Gutscheine fliegen, ist eines klar: Die zirkuläre Zukunft der Wimpernindustrie nimmt Gestalt an – eine gebrauchte Wimper nach der anderen.
